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Sonntag, 16. August 2015

Gelesen: Crime - neues Magazin vom Stern

Zum Frühstück gab es bei mir gestern eine Menge Verbrechen: Beim Samstagmorgeneinkauf ist mir die zweite Ausgabe von "Crime", dem neuen Magazin vom Stern, in die Hände gefallen.
In diesem Magazin wird über wahre Verbrechen berichtet und es zeigt sich, die Wahrheit ist oft genau so grausam wie die fiktive Kriminalliteratur - wenn nicht sogar noch schlimmer. Besonders ein Dreifachmord an einer Gruppe Teenager in Finnland in den 60er Jahren hat mich sehr gefesselt und bedrückt. Dass dieser Fall bis heute - auch mit Hilfe moderne Ermittlungsmethoden - nicht geklärt werden konnte, lässt Raum für Spekulationen. Neben dem ausführlichen, spannenden Fallbericht,
sorgen auch die tollen Bilder dazu für Gänsehaut. Der Fall über einen Heiratsschwindler, der seit vielen Jahren in Deutschland arglose Frauen betrügt und um ihre Existenz bringt, hat mich sprachlos gemacht. Die Redaktion hat hier eine Reihe wirklich sehr spannende Verbrechen zusammengetragen. Dazu werden dem Leser aber auch verschiedene Einblicke in die Arbeit der Ermittler und anderer beteiligter Personen, wie zum Beispiel einer Phantombildzeichnerin oder einem psychologischen Gutachter, ermöglicht. Ein sehr berührender Bericht beleuchtet das Schicksal
der Angehörigen an einem Verbrechen beteiligter Personen, nämlich der beiden Mütter eines Mordopfers und des Mörders. Sie leben nur wenige Kilometer voneinander entfernt und müssen mit den Folgen der schrecklichen Tag nun weiterleben. Insgesamt bietet "Crime" einen gelungenen Blick auf eine ganze Reihe wahrer Verbrechen. Die Berichte informieren sachlich und ermöglichen dem Leser eine eigene Meinung und Beurteilung. Abgerundet wird das Magazin von eindrucksvollen Bildern und Hintergrundberichten und einem sehr ansprechenden Layout. Eine großes Kompliment an die Redaktion für dieses tolle Magazin. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich die erste Ausgabe verpasst habe - aber ich freue mich auf die nächste Ausgabe und bin dann sicher wieder mit dabei.

Mittwoch, 12. November 2014

kurzNkritsch: schattenstille blutopfer

Es war ruhig hier in den letzten Wochen. Ich war im Urlaub & auch sonst war viel los. Aber gelesen habe ich trotzdem, am Strand, im Flugzeug & im Bett, und diese beiden Thriller hatte ich im Gepäck:

Tana French: "Schattenstill" (erschienen als Fischer Taschenbuch)
Eine ganze Familie wurde in Broken Harbour ermordet. Die Stadt entpuppt sich als halbfertige Ruinenstadt, die ihre goldenen Zeiten aufgrund der Finanzkrise gar nicht erst erlebt hat. Detective Mike Kennedy und sein neuer Partner beginnen zu ermitteln und stoßen auf die Geheimnisse, die in dieser Geisterstadt und ihren merkwürdigen Bewohnern schlummern... Das Setting ist nicht neu: Ein scheußlicher Mord, in dem ein ziemlich kaputter Ermittler und sein neuer und leicht unfähiger Partner ermitteln. Die getötete Familie war ein Opfer der Finanzkrise und hatte finanzielle Schwierigkeiten, liegt hier ein Motiv für die Geschehnisse? Die Ermittler stoßen auf äußerst merkwürdiges Verhalten der Familie. Doch irgendwie konnte mich das alles nicht so richtig fesseln und dieser Thriller war streckenweise äußerst langatmig. Dazwischen wird der Ermittler in Form seiner verrückten Schwester von seiner Vergangenheit eingeholt. Alles irgendwie bekannte Thriller-Teile, die hier wahllos zusammengestrickt wirken. Mein Fazit: Das kann Tana French besser - daher nur 3 von 5 Sternen!

Britt Reißmann: "Blutopfer" (erschienen als Taschenbuch im Diana Verlag)   Hauptkommissarin Verena Sander wird zu einem Tatort gerufen, an dem eine Gruppe Jugendlicher die verstümmelte Leiche einer Ärztin gefunden hat. Schnell wird die Ermittlerin immer tiefer in den Fall hineingezogen, was nicht nur daran liegt, dass ihre Tochter zu den Teenagern gehört, die die Tote gefunden haben. Die Suche nach dem Motiv für den Tod der Ärztin gestaltet sich für Verena nicht einfach, genauso wenig wie der Umgang mit ihrer Tochter als alleinerziehende Mutter - in beiden Fällen droht Verena zu scheitern... Ein spannender Thriller mit äußerst überraschender Wendung. Auch hier hat die Ermittlerin selbstverständlich persönliche Probleme, in die der Leser viele Einblicke erhält, doch hier wirkte das Ganze auf mich authentischer und hat mich insgesamt mehr gefesselt als das vorherige Buch. Mein Fazit: Insgesamt kommt auch hier keine Hochspannnung auf, aber gute und spannende Unterhaltung ist doch garantiert - daher gibt es hier 4 von 5 Sternen.

Sonntag, 4. August 2013

Kühles Krimivergnügen für heiße Tage

Die heißen Temperaturen haben in mir das Verlangen nach etwas "kühlerem" Krimistoff geweckt. Auf meinem Bücherstapel lag schon seit längerer Zeit "Meerjungfrau" von Camilla Läckberg (erschienen bei List, als Taschenbuch für 9,99 €) - skandinavische Temperaturen, perfekt für die Sommerhitze - dachte ich.... Leider hat sich statt dem erhofften Sommerlesespaß bei mir schnell Ernüchterung breit gemacht. Mir ist es sehr schwer gefallen in die Geschichte reinzukommen, da es extrem viele Charaktere gibt, die alle schnell und kurz vorgestellt werden, bevor wieder der nächste Handlungsstrang mit neuen Personen folgt. Erst nach etwa einem Drittel der immerhin 459 Seiten konnte ich die handelnden Personen einigermaßen auseinanderhalten. Für Leser, die die vorherigen Bücher der Serie bereits kennen mag das einfacher sein, ich fand es eher ermüdend. Aber auch danach hat sich die Story für meinen Geschmack zu langsam entwickelt. Das hätte ich mir etwas knackiger und auch spannender gewünscht. Die Auflösung am Ende fand ich auch nicht sehr überzeugend. Fazit: Insgesamt ein langwieriger und ziemlich mäßiger Krimi - dafür gibt es von mir 2 von 5 Sternen. (Nachtrag: Ursprünglich hatte ich drei Sterne vergeben, aber nach einem Gespräch über das Buch bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es mich wirklich enttäuscht hat. Daher noch ein Stern Abzug.)

Weitaus mehr überzeugt hat mich ein Krimi, der im winterlich verschneiten Bayern spielt: "Der
Prinzessinnenmörder" von Andreas Föhr (erschienen bei Knaur, als Taschenbuch für 9,99 €). Ein junges Mädchen wird erstochen in einem zugefrorenen See gefunden. Sie trägt ein goldenes Kleid, welches die Ermittler um Kommissar Wallner ein Rätsel aufgibt. Doch sie ist nur das erste Opfer zu Beginn einer Mordserie... Eine spannende Story, interessante Charaktere und Morde, deren Ursprung bereits einige Zeit zurückliegt. Es macht Freude Kommissar Wallner und seinem Team bei der Lösung dieser rätselhaften Mordserie zu begleiten. Und auch die private Seite von Wallner ist durchaus interessant und weckt Interesse an den Fortsetzungen. Bei diesem Debütroman von Andreas Föhr handelt es sich um einen gelungenen, bayerischen Regionalkrimi. Weitere Romane in dieser Serie sind bereits erschienen und kommen auch auf meine Wunschliste. Fazit: Pfundiger, bayerischer Krimispaß, dafür gibt es 4 von 5 Sternen.


Mittwoch, 17. April 2013

kurzNkritisch: ein Stalker in England & ein Rächer häuslicher Gewalt

Gleich vorweg: Die beiden nächsten Bücher fand ich nicht überragend. Daher habe ich mir eine neue Rubrik ausgedacht: kurzNkritisch! Das Wichtigste zum Buch und meine Meinung in aller Kürze.

"Der Stalker" von Tania Carver, 9,99 EUR
bei Ullstein Taschenbuch
Der zweite Fall um die Profilerin Marina. Leider wird für Leser, die den ersten Teil nicht kannten, aus meiner Sicht zu wenig Bezug darauf genommen. Die Handelnden bleiben dadurch etwas farblos. # Story: Ein Stalker terrorisiert junge Frauen. Eine Leiche wird gefunden, zunächst ohne Bezug zum Stalker. Weitere Frauen verschwinden und langsam wird deutlich, dass es einen Zusammenhang zwischen den Frauen gibt. # Irgendwie wollte bei mir jedoch keine rechte Spannung aufkommen. Die Polizeiarbeit wirkt auf mich unglaubwürdig und teils lächerlich. Auch der Blick aus Sicht der verschwundenen Frauen, hätte wesentlich realistischer sein können. #
Wertung: kein Knaller, eher Durchschnitt, kaum Spannung, daher nur 3 von 5*
"Mein Wille sei dein Wille" von Mary Burton, 
9,99 EUR, erschienen bei LYX/Egmont
Auf der Homepage der Autorin wird dieses Buch unter "romantic suspense", also "romantische Spannung", geführt. Nicht ganz passend, wie ich finde. Ich hatte den Eindruck, sie weiß nicht so recht, was sie mit der zerrütteten Beziehung von Hauptperson Lindsay und ihrem Noch-Mann anstellen soll. # Story: Vor dem Frauenhaus, das Lindsay mit gegründet hat, wird ein ermordeter, gewalttätiger Ehemann gefunden. Hat sich die Ehefrau gerächt? Ein weiterer Ehemann, der in Verbindung zum Frauenhaus steht, wird ermordet. Von beiden wird die Linke Hand abgehackt und an Lindsay verschickt. Doch auch Lindsay gerät in Verdacht, denn in ihrer Vergangenheit gibt es ebenfalls ein brutales Verbrechen häuslicher Gewalt... Wer ist der "Hüter"? #
Wertung: Story kommt etwas langsam in die Gänge; ab der Mitte gewinnt das Ganze jedoch an Spannung; daher reicht es (gaaaaanz knapp) für 4 von 5*